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Ein RIESEN-Schritt in Richtung Wanduhr-Serienproduktion

Veröffentlicht am 30.07.2020

Die letzte Zeit war wirklich aufregend. Ich versuche ja schon eine Weile die modifizierten Teile (Wechselrad, Stundenrad) für das Junghanswerk in serien-tauglicher Stückzahl fertigen zu lassen.

Die Teile hatte ich selber für den 3D-Druck "gestaltet" (das geht einfach und kostenfrei auf www.tinkercad.com), basierend auf möglichst genauen Vermessungen der Originalteile. Wobei sie natürlich weniger diffizil aussfielen als die Originale - konzentriert hatte ich mich halt auf die neue Übersetzung. Die gedruckten Teile haben aber auch so sehr gut funktioniert und verrichten ja auch in einer Reihe bereits verkaufter Wanduhren solide ihren Dienst. Für die Serienreife ist 3D-Druck jedoch nicht geeignet - ich musste die Druckteile alle manuell nachbearbeiten und anpassen, was sehr zeitaufwändig war und auch zu einigem Ausschuss führte. Die Methode der Wahl wäre also das Spritzgussverfahren, auch wenn hier durch die Anfertigung der Werkzeuge zunächst eine 5-stellige Investition auf mich zukommt.

Meinem Motto "Bitte alles möglichst lokal produziert" folgend war erste Anlaufstelle eine Firma in Pfungstadt (http://www.kreth-kunststoffverarbeitung.de/). Dort hat man sich viel Zeit für mich genommen und auch lange überlegt, ob die kleinen Teilchen dort herstellbar wären. Letztendlich war das Wechselrad aber einfach zu klein für die vorhandenen Maschinen. Schade, eine tolle und nette Firma, und um die Ecke. Ich hoffe, dass ich an anderer Stelle noch Teile benötige, die ich hier fertigen lassen kann.

Also habe ich mich - angetrieben durch den guten Geist, der mich glücklicherweise meist umgibt - mal direkt an Junghans gewendet (schließlich will ich ja ihr Werk umbauen). Dort erfahre ich nach einigen Anfragen schließlich, dass Junghans schon seit Jahren die Produktion der Quartz-Werke komplett augelagert hat - und zwar an eine Firma im Schwarzwald (Uhrentechnik Schwazwald, U.T.S., www.uhrentechnik-schwarzwald.de). Also nehme ich Kontakt auf zu U.T.S.: Und das war super!

Bei U.T.S. lässt man mir völlig unkompliziert nicht nur die technischen Zeichnungen der originalen Teile zukommen, sondern dazu auch gleich noch die 3D-Modelle (s.u.) sowie die Kontaktdaten der Firma, welche die Teile für U.T.S. im Spritzgussverfahren fertigt (ebenfalls im Schwarzwald). Ich fasse es kaum - jetzt kann ich die neuen Räder nochmal genau berechnen (nicht mehr auf meinen Messungen basierend, sondern auf Basis der richtigen Konstruktionswerte) - und ich merke, dass die Zahlen durchaus nochmal um 1-2 Zehntel-Millimeter genauer werden.

Jetzt suche ich noch jemand, die/der mir mit CAD die modifizierten Teile auf Basis der originalen Daten anpassen kann (das übersteig dann doch meine Fähigkeiten). Wenn alles läuft wie es momentan aussieht, dann werden Wechselrad und Stundenrad im Schwarzwald gefertigt und dann direkt von U.T.S. in mein eigenes und einsatzbereites "dreizeit"-Werk verbaut. Fantastisch.

Für die Montage, Verpackung und den Versand der Wanduhren habe ich schon Kontakt zur Nieder-Ramstädter Diakonie gehabt (www.nrd.de/de/). Ich würde mich freuen, wenn ich mit dreizeit hier auch die Werkstätten für Menschen mit Hinderung unterstützen könnte!

 

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